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Warum wird nach der Signierung eines Programms mit einem SSL-Code-Signing-Zertifikat immer noch „Unsicher“ angezeigt?

Hintergrund des Problems​

Früher konnte ein EV-Code-Signing-Zertifikat die Sicherheitswarnung von Microsoft SmartScreen direkt beseitigen. Microsoft hat die entsprechenden Mechanismen inzwischen jedoch angepasst, sodass selbst mit einem EV-Code-Signing-Zertifikat signierte Programme weiterhin Warnhinweise von Microsoft Defender SmartScreen auslösen können.

Microsofts Reputationsbewertungsmechanismus​

Microsoft hat ein neues Update bereitgestellt. Die Reputationsbewertung von SmartScreen basiert nun nicht mehr allein auf dem Zertifikatstyp, sondern auf umfassenden Reputationsindikatoren wie Softwarenutzung und Downloadzahlen:

  • Neu signierte Programme: Unabhängig davon, ob ein EV- oder ein OV-Code-Signing-Zertifikat verwendet wird, kann beim ersten Release eine SmartScreen-Warnung ausgelöst werden.
  • Prozess des Reputationsaufbaus: Das Programm muss genügend Downloads und Nutzervertrauen ansammeln, bevor die SmartScreen-Warnung allmählich verschwindet.
  • Unterschied zwischen EV und OV: Im Vertrauensalgorithmus von Microsoft hat die EV-Codesignatur ein höheres Gewicht als die OV-Codesignatur. Daher sind die für eine EV-Codesignatur erforderlichen Downloadzahlen deutlich geringer als bei einer OV-Codesignatur.

Es ist darauf hinzuweisen, dass dieses Phänomen vollständig von Microsoft gesteuert wird und kein Problem des Zertifikats selbst darstellt. Das EV-Zertifikat bietet zwar weiterhin die höchste Stufe an Validierung und Sicherheit, kann aber nicht mehr wie früher garantieren, dass die SmartScreen-Warnung automatisch beseitigt wird.

Referenzen​

Siehe die offizielle Microsoft-Dokumentation: Mechanismus der SmartScreen-Reputationsbewertung